Das Donauweibchen
Der Alte kannte die Plätze, wo die schönsten zu fangen waren. In seinem Strohsack hatte er einen prallen Beutel mit versteckt, die er mit seinen Fischen auf dem Markt in der Stadt hatte. Man
erzählte von ihm, dass er als junger Bursche einen riesigen Fisch mit Schuppen und einem Krönlein gefangen habe.
Als dem Alten dieses Gerücht zu Ohren kam, lachte er und stritt ab, je einen solchen Fisch gesehen zu haben. Der Sohn war trotz seiner Jugend schon ein so guter Fischer wie sein Vater. Er ging
aber gar nicht gerne in die Stadt und auf den Markt. Viel lieber saß er in seinem Boot und hörte dem Rauschen der Wellen zu. Er sah gerne wie die Baumkronen sich im Winde wiegten und freute sich
an dem Gesang der Vögel und an der Farbe und dem Duft der Blumen.
An einem Winterabend saßen Vater und Sohn in der Hütte beisammen. Ein kleines Feuer auf dem Herd. In diesem spärlichen Licht die beiden ihre Netze und vom kommenden Frühling.
Plötzlich war es, als risse der Wind die Tür auf. Es wurde taghell in der Stube, und vor den beiden Männern ein liebliches,
weißgekleidetes Mädchen mit Wasserrosen im Haar.
Die Fischer . Aber das Mädchen mit zarter Stimme, die wie das Rieseln
des Wassers klang: "Fürchtet euch nicht! Ich bin euch gut gesinnt. Deshalb will ich euch . Schon morgen das Eis, der Strom wird überfließen und diese Hütte hier überschwemmen. Flieht, so rasch ihr könnt!"
Ehe die beiden Fischer ein Wort erwidern konnten, war es wieder dunkel im Raum. Der junge Fischer sprang hin, um dem Mädchen noch einen Dank nachzurufen, aber auch draußen konnte er es nicht
mehr .